1. Mai 2020 11:47 Uhr Markierte und Markierer. Maskierte und Maskierer.

Ich war guter Dinge, aber der Anblick der Welt heute morgen hat mich sehr versachlicht. (frei nach dem Typoskriptbuch von Georg Jappe (2007) mit dem Titel “Ich war guter Dinge, aber ihr Anblick hat mich sehr versachlicht.“ )

Wenn es heute heisst „Heraus zum 1. Mai“, dann stellen wir bestürzt fest, dass wir nicht genau wissen, wohin wir gehen sollen.

Nicht etwa, dass die Strasse als Ort der öffentlichen Meinungsäußerung unwichtig geworden wäre – ganz im Gegenteil. Nach sechs Wochen Hausarrest gilt es erst recht, heute die Plätze im öffentlichen Raum zurück zu erobern.

Aber die Schlacht findet nicht mehr auf der Strasse statt, egal was dort passieren mag. Früher hat die Polizei Plünderungen verhindert, wenn die rituellen Ausschreitungen „Staat gegen Bürger“ zu kippen drohten. Das Ritual war seinerzeit eine Rache für die viel größere Plünderung, die an den übrigen 364 Tagen des Jahres an den Arbeitern und ihrer Arbeitskraft stattgefunden hatte.
Heute hat die Plünderung bereits vor dem 1. Mai stattgefunden: in einem x-beliebigen Labor der Biotech-Industrie. Unsere “Identität” soll am Körper digital abrufbar werden. Wir werden dafür lebenslang markiert – wenn es nach dem Willen markierwütiger Impfstoffhersteller und ihrer politischen Unterstützer geht. Das Verfahren heisst “Unterhautspeicherung“. Jens Spahn schafft dafür gerade die Gesetzesgrundlage.

Dieser Tage hören wir häufig: „In so einer Situation ist die Menschheit noch nie zuvor gewesen.“

Wenn etwas zu oft wiederholt wird, beschleicht uns als aufgeklärte Bürger der Verdacht, dass es nicht stimmen könnte und der „Klangkörper“ dieses Mantra sich durch „repetitives Rezitieren im Diesseits manifestieren soll.“ Als aufgeklärte Bürger glauben wir nicht ans Jenseits – und wir wissen, dass wir aus der Geschichte etwas ableiten, etwas lernen können.

Wir fangen also an zu suchen, ob wir nicht vielleicht doch schon mal in einer ähnlichen Lage waren. Tatsächlich werden wir recht bald fündig.

Dazu gilt es, zunächst die Suchkriterien zu klären.
Der Satz „In so einer Situation ist die Menschheit noch nie zuvor gewesen.“ besteht aus einer lesbaren und einer stummen, mitlesbaren Botschaft.
Lesbar ist, dass wir alle gemeinsam angeblich noch nie zuvor derart stark bedroht worden sind – noch dazu von einem unbekannten, unsichtbaren, unbeherrschbaren Feind. Das steckt in „so einer Situation“.
Mitzulesen ist die Botschaft, dass gegen eine derartige Bedrohung jede nur vorstellbare Maßnahme gerechtfertigt ist.
Wenn wir nun nach einem historischen Vorgänger suchen, finden wir gleich drei Fälle im vorigen Jahrhundert: Atomkraft, Raumfahrt und Euthanasie.

Die Mischung der Beispiele mag irritieren. Sie sind untereinander auch überhaupt nicht verbunden. Aber sie zeigen, dass „die Menschheit“ in dem aktuellen Mantra-Satz, schon dreimal vor eine ähnliche Problematik gestellt war – und daraus hätte lernen können, wie man sich 2020 vernünftig verhält.

In aller gebotenen Kürze meine Erläuterungen – Stoff genug steckt in den drei Begriffen, um ein mehrbändiges Werk zu füllen. Ich konzentriere mich also nur ganz kursorisch auf die Vergleichsmomente.

Atomkraft
„Atomkraft“ verstehe ich sowohl als „Atomenergie“, wie auch als „Atomwaffe“. Der einzige wirkliche Unterschied zum derzeitigen globalen Bedrohungsszenario ist, dass uns zu diesem Stichwort bereits erfolgreich eingeredet wurde:

  • Atomwaffen seien notwendig, um den übermächtigen Feind im Schach zu halten, weil er auch Atomwaffen baut (siehe Dr. Seltsam und das „Gleichgewicht der Schrecken“)
  • Atomenergie sei unverzichtbar, um unseren immer größeren Stromhunger „sauber“ (meint: umweltneutral) zu befriedigen. Das Feld ist zu weit, um es hier abzustecken. Wer dazu etwas Aktuelles anschauen möchte, gebe das Stichwort „hyperscale provider“ ins Netz ein oder schaue sich die Fotos der größten Rechenzentren an: hier oder hier.

Ich denke, es ist durch eine 60 Jahre Atom-Aufklärung jedem, der es wissen oder verstehen möchte, klar, welche bekannten (Krebs) und noch unabsehbaren (Klimawandel) Gefährdungen, die niemanden, keinen einzigen auslassen, der in unserer Biosphäre lebt, von dieser Technologie ausgelöst werden.
Heiner Müller hat einmal den Krebs „die Kreativität des Körpers“ genannt. Die Zellen reagieren auf die genetische Bedrohung durch die Strahlung – und entfernen sich dabei von dem ursprünglichen Konzept „Mensch“.
Wer sich das deutsche Schutzziel „eine Million Jahre“ versucht vorzustellen, erkennt unmittelbar, von welcher Dimension der Bedrohung wir sprechen.
Wie bei allen wirtschaftsgetriebenen Projekten können wir auch sofort verstehen, dass wir hier über eine vollständige Privatisierung gigantischer Gewinne und eine noch unvorstellbarere Dimension der Übertragung von Lasten, Verantwortung und Gefahr auf die Gemeinschaft sprechen.

Sind wir also nicht ohnehin schon in einer Situation, die der jetzigen ähnelt: nämlich durch unsere wirtschaftlichen und politischen Aktivitäten von einem unsichtbaren Feind (Strahlung) umstellt?

Raumfahrt
Bevor die Menschheit, oder nennen wir es präziser: NASA und Lunik den Wettlauf ins All starteten, stellten die USA ein landesweites, mit tausenden von klugen, wissenschaftlich gebildeten Köpfen besetztes Team auf, um die Sicherheit des „biologischen Bollwerks“ Erde zu erkunden. Die Amerikaner fürchteten, dass zurückkehrende Fähren oder Astronauten „Xenorganismen“ („Fremdkörper“, unbekannte Viren) in die Atmosphäre eintragen könnten und unsere gute Mutter Erde blitzschnell in eine „faulige Kammer“ verwandeln. Diese Geschichte ist nachzulesen in dem unterhaltsam geschriebenen Text „Biological Ramparts“ von Ronald Jones, abgedruckt in dem Buch “Incorporations“.

Apropos Maskendiskussion: ein General, der seinerzeit die US-amerikanische Mondfahrt-Risikoabschätzungs-Gruppe leitete, schlug zum Schluss angesichts der höchst unterschiedlichen Ideen der Forscher vor, die rückkehrenden Kapseln und Raumfahrer mit Whiskey zu dekontaminieren. Es sei nicht erwiesen, dass irgend etwas, dass die Wissenschaftler vorgeschlagen hätten, gegen den unbekannten Feind wirksamer sei als der Schnaps.

Das erste Foto vom All zurück auf die Erde hat dann schlagend klar gemacht: wir leben alle unter der selben Glocke.
Was wir hier drin veranstalten, wird früher oder später uns alle gleichermassen betreffen. Es gibt weder „die Anderen“ (dies, obwohl damals die Welt in zwei politische Hälften geteilt war). Noch gibt es Rückzugszonen.
James Lovelock (ein Hoch auf den 101-jährigen Großmeister der Wissenschaften) hat uns allen plausibel vorgeführt: Wer an Gaia fummelt, stürzt uns alle ins Unglück.

Waren wir also vor Corona wirklich noch niemals in einer Situation der globalen Bedrohung durch Destabilisierung des Gleichgewichts in den unsichtbaren „five Kingdoms“, den Königreichen der Kleinstwesen ?
Drohten nicht schon lange uneinschätzbare Mikroorganismen, die wir selbst in Umlauf gesetzt haben? Mit „nein, niemals zuvor“ kann nur antworten, wer die letzten 80 Jahre Augen und Ohren fest verschlossen hat.

Euthanasie
Zu den schlimmsten, von Menschenhand freigesetzten mental wirkenden „Viren“ des vergangenen Jahrhunderts zählt die Rassenideologie. Sie stellt eine elementare Bedrohung dar, die bis heute uns alle betrifft. In diesem Fall stimmt das Mantra, jedoch für das Jahr 1933: tatsächlich „nie zuvor“ hatte es ein quasi-industrielles Programm zur Vernichtung bestimmter Teile der Menschheit gegeben. In Euthanasie steckt das griechische Wort thánatos, „der Tod, das Sterben“.
Die Frage des Tages am 1. Mai 2020: Triage.
Selektion, Abschaltung, Sterbehilfe.
Und vorher alle Unerwünschten sedieren.
Alle Stichworte kennen wir aus der Aktion T4 .
Das Thema ist zu weit, um es hier nur annähernd korrekt zu diskutieren.
Wer sich vertiefen möchte, dem sei dringend empfohlen, H.G. Adlers bis heute bedeutendes Werk „Der verwaltete Mensch“ (1974) zu lesen – Euthanasie wird ab S. 234 behandelt, spielt aber auf den 1076 durchgehend lesenswerten Seiten dieses einzigartigen Buches eine wichtige Rolle.

Bei der Euthanasie schon die gleichen Merkmale: mit dem Gesundheitsschutzgesetz regieren, Menschen auslesen, Menschen markieren (siehe oben“digitale Identität“) – letztlich eine Schlacht um die Gene.

Fazit
Es ist soweit: das Monster steht vor der Tür.
Wie Mike Davis es treffend sagt: “Die kapitalistische Globalisierung lässt sich biologisch nicht aufrechterhalten.”
Die Welt zerfällt nicht mehr in Arbeiter und Fabrikbesitzer, sondern in Markierte und Makierer, in Maskierte und Maskierer.
Deswegen: herunter mit der Maske!
Heraus zum 1. Mai!
Er wird für den Rest des Jahres – wenn nicht für immer – zum Dauerkampftag verlängert.

Eine Antwort auf „1. Mai 2020 11:47 Uhr Markierte und Markierer. Maskierte und Maskierer.“

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