Nurökonomie

Das Theater der Gesundheit und der Finanzkapitalismus

Um die im Wert wachsende Warenmasse in Zirkulation zu bringen, ist eine immer größere Geldmenge notwendig. Diese wachsende Geldmenge muss eben – beschafft werden.

Rosa Luxemburg: Die Akkumulation des Kapitals, 1913, S. 131

Heute wird die kollektive Alltagspraxis immer freudloser. Der einrastende Mechanismus einer allgemeinen und fortschreitenden Denkfixierung auf Nurökonomie und die schrittweise Verflüchtigung aller geistigen Erlebnisse haben inzwischen eine hochgradige allgemeine Gemütskrankheit als normalen Zustand herbeigeführt.

Ernst Herhaus, Der zerbrochene Schlaf, 1978, S. 161

Mein Beitrag zur Nurökonomie erscheint aus Anlass der Veröffentlichung eines Zwei-Teilers von Bert Papenfuß in DIE AKTION. „Politische Gerechtigkeit“ und der Text über Eigentum mit dem schönen lyrischen Titel Von „Ich und Meins“ und „Du und Deins“ zu „Unsereins“ sind beides Auszüge aus dem Buch SŸSTEMRELEVANZ. Schriften aus dem Vorlaß von Sepp Fernstaub, Bd. 1., das im Herbst 2020 im Berliner Quiqueg-Verlag heraus kommen wird.

Systemrelevanz ist ein Begriff, der in den Monaten seit dem Lockdown eine neue Relevanz erhalten hat. Systemrelevanz und Finanzkapitalismus spielten bereits in meinen Beiträgen Diffuse Angst und Einübungen in den Ausnahmezustand eine – wenn auch eher untergeordnete – Rolle.

Mit „Nurökonomie“ greife ich nun noch einmal Fragen auf, die Bert Papenfuß in seinen beiden Textauszügen stellt. Mein Blick geht dabei nur scheinbar zurück in die letzten Jahre – der Text und die in seinem Zentrum stehenden Zitate wollen unser Sensorium schärfen für die Vorschau kommender Entwicklungen, die wir prinzipiell aus den diversen Staats-, Politik-, Wirtschafts- und Finanzkrisen der letzten Jahre kennen. Der Blick zurück soll uns ermöglichen zu prognostizieren, wohin uns die aktuellen Coronamaßnahmen in Kürze bringen werden.

Echokammer. Es ist kaum noch zu leugnen – wir sind alle Kranke. Kein halbes Jahr ist es her, da fühlten wir Spaß bei jeder Bewegung, bei jeder Berührung im Getümmel, bei jedem Schweißausbruch in der ertanzten oder ertrunkenen Ekstase. Wir hingen verzückt aneinander und tauschten unsere Säfte aus.

Jetzt sind wir starrverschreckt, halten eingeschüchtert Abstand und wer außer sich gerät, seine Disziplin vergisst, ist kein bewundernswerter Jünger des erweiterten Bewusstseins, sondern ein Kostgänger der kollektiven Gesundheit. Ein verantwortungsloser Ignorant, der sein Verhalten krass ändern muss. Ein Irrer, der leichtfertig Kranke abschreibt und massenweise Tote hinnimmt.

So jedenfalls schreiben es mir meine Freunde. Mir, den sie für einen „kruden Impfgegner“ halten, weil ich den vermeintlich alternativlosen Konsens anzweifele, Fragen stelle, die bei ihnen als Behauptungen ankommen und die angeblich in meiner „Echokammer“ keine Gegenrede dulden.

Ich habe diese Sätze meiner Freunde in ihrer ganzen Tragweite, mit ihren nur halb offen ausgesprochenen psychischen Implikationen erst verstanden, als ich in der eingangs zitierten, schonungslosen Selbstanalyse von Ernst Herhaus den Gedanken zur „Nurökonomie“ als Auslöser einer hochgradigen allgemeinen Gemütskrankheit als Normalzustand las.

Die Nurökonomie treibt uns durch ihr Wirtschaften in die Krankheit. Aber keine Angst. Sie weiß Abhilfe: nurökonomische. Es ist ein münchhausenisches Dilemma. Die Lüge der Selbsterrettung entspringt der Logik einer Wissenschaft vom Wirtschaften, die eigentlich nur ein Glaubensbekenntnis ist.

Wo nur ein Prinzip der Welterklärung noch vorkommt, kann der Auslöser des Problems auch die Lösung liefern. Das behaupten nicht nur (Bio- und Geo-) Ingenieure und (genetische) Mediziner. Das verfolgen mit Vehemenz vor allem jene Berufsgruppen, die mit Geld arbeiten. Nurökonomie lässt den Honig bergauf fließen – wenn alle mitspielen.

Geld. Eine Leseempfehlung, die ich nie müde werde zu wiederholen: Emile Zolas Roman “Geld” (L’Argent, 1891). Es ist ein Text von ungeahnter Aktualität.

Das hat zwei Gründe: Der Text räumt vor 130 Jahren schon radikal mit der Idee auf, die uns bis heute erfolgreich suggeriert, der Kapitalmarkt sei ein naturwüchsiges Ding, eine Art „Ökosystem“, das wie die Natur selbst ihren eigenen Gesetzen gehorche und nicht ersetzbar sei.

Der zweite Grund: Zolas zentrale Metapher, den Finanzmarkt als eine Theaterbühne zu verstehen, erinnert frappierend an das aktuelle Geschehen rund um die mediale und politische Inszenierung der Pandemie.

Zolas Thema: Das Kapital konzentriert sich in den Händen weniger. Es wird zur begehrtesten Ware, hinter der alle anderen Waren als nahezu bedeutungslos zurückfallen. Um diese Erkenntnis zu vermitteln, lässt Zola mit Saccard eine Titelfigur auftreten, die persönlich erleidet, wie der Kampf “Mann gegen Mann” vom Spiel um Zahlen abgelöst wird. Der Motor der Handlung ist nicht mehr die Person des Bankiers, sondern das Geld selbst. In Saccard zeigt sich erstmals die magnetische Macht der virtuellen Vergrößerung von abstrakten Vermögen, die bis heute das Geschäft bestimmt.

Theater. Zola beschreibt mit der Pariser Börse eine Soziosphäre, die einem Theaterhaus gleicht. Es gibt unveränderlich festgelegte Orte für alle Teilnehmer des Spektakels: die Bühne, den Schnürboden, den Zuschauerraum, das Foyer und insbesondere das Theatercafé, in dem in den Pausen die geschäftlichen Anbahnungen passieren, die Tipps kursieren.

Wenn etwas schief geht, flitzen die Akteure durch „Wurmlöcher“ von der Vorderbühne in das Dunkel der Unterbühne und bedienen dort munter die Hubpodien, auf denen ihre Doubles ins Licht getragen werden – auf dass das Schauspiel weiter gehe.

Architektur. Zola betrachtet die “Welt” des Finanzkapitals aus der Vogelperspektive. Als schaue er zusammen mit dem Bauherren einen Architektur-Plan an, ordnet er Orte bestimmten ökonomischen Funktionen zu.

Im Zentrum steht das “Corbeille”, das “Körbchen”, auch “Börsenring” genannt, der Handelsplatz, zu dem nur die akkreditierten, die gesetzlich zugelassen Makler der Börse Zugang erhalten. Das “Parkett”, auf dem sie tätig sind, steht für den “Markt der Wertpapiere”. Hier wird „spekuliert“ – ein Wort, das man durchaus zwei mal lesen darf.

Zola rekonstruiert, ohne eine einzige abstrakte Zeile in seinen Romantext einfügen zu müssen, den Glauben an die Wirtschaft als Wissenschaft. In der brillant gezeichneten Manege des Corbeille agieren fiskalische Artisten. Sie arbeiten ohne Netz. Das ist riskant. Es lohnt sich aber. Meist. In ihrem Handeln ist keine Spur von Erkenntnissen zu finden über die wesentlichen Eigenschaften, kausale Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten der Natur, Technik, noch des Denkens, das in Form von Begriffen, Kategorien, Theorien oder Hypothesen fixiert wäre. Von einer wissenschaftlichen Ethik ganz zu schweigen.

Kurz: der Finanzmarkt ist unwissenschaftlich.

Denn Absprachen unterliegen keinen marktwirtschaftlichen Gesetzen. Ebensowenig wie Rating eine Werttheorie ist. Wirtschaft ist ein Geschäft. Die Regeln sind ebenso vermittelbar, wie ein speziell authentischer Körperausdruck an der Schauspielschule lehrbar ist (bspw. durch method acting). Das aber ist bar jeder „scientia“. Auch „bar“ ist ein Wort, das man in diesem Kontext gern zweimal lesen darf.

Im Finanzmarktgeschäft beruht alles auf Überzeugungskraft, Vertrauen, Geschick – und Beziehungen, Beziehungen, Beziehungen. Das Stück, das die Finanzdienstleister täglich neu aufführen, hat ein Skript, das keinerlei geheime Mechanismen birgt. Das gilt, auch wenn die Kunst, den richtigen Text zu sprechen, all die fremden Fachbegriffe korrekt zu intonieren, nicht jedem gegeben ist.

Die Darbietung ist ihrer Form nach ein bisweilen gewaltig anschwellendes, schnell und immer schneller herunter gespieltes Dramolett, für dessen endlos wiederholte Aufführung die Darsteller sich selbst das Budget gewähren, es nach ihren Wünschen frei gestalten. Letzteres ist das wahre Wunder in diesem Spiel. Weil das so mühelos gelingt, hat ihr Stück die ganze Welt zum Publikum.

Spekulation. Alles ist verkäuflich auf dem internationalen Finanzmarkt. Ob es sich um ein Bauprinzip der Natur, ein Netzwerk persönlicher Beziehungen oder ein geplatztes Geschäft handelt – alles kann zur Ware, zum Objekt einer Spekulation werden.

Bildung, Arbeit, Ernährung, Gesundheit, Sicherheit, Energie, Klima – alle Lebensbereiche sind im Fokus des Finanzsystems, offen für Einsätze in einem Spiel ohne Rücksichten. Käufer und Verkäufer sind nicht mehr, was sie einmal waren: heute handeln superschnelle Maschinen den Preis für einen Deal unter sich aus. Menschen, so scheint es zunehmend, spielen dabei eine sekundäre Rolle. Doch die regeln des Rollenspiels stammen nicht von den Maschinen, sondern von ihren Bedienern.

Die Krise des globalen Finanzsystems ist längst nicht mehr auf die Sphäre der Ökonomie beschränkt. Sie hat viele Lebensbereiche erfasst: Alltag und Familie, Identität und Werte, Kultur, Umwelt, Wissenschaft und Forschung, den Aufbau der Gesellschaft und die Verteilung des Wohlstandes, unser Rechtssystem und nicht zuletzt die Politik und ihr Verständnis von Staat und Demokratie.

Wandel. In einer Finanzkrise befinden wir uns daher stets auch in einer Gesellschaftskrise. Krisen sind nicht nur integraler Bestandteil unseres Alltags und Wirtschaftslebens. Sie scheinen ein Teil der notwendigen Stimulanz für das unerlässliche und unablässig erwartete Wirtschaftswachstum zu sein. Welche Auswirkungen dies hat, zeigen die nachfolgenden Zitate, die aus der Recherche zu „SUPRAMARKT“, meinem Essayband über die Folgen der 2008er Finanzkrise stammen. Die Zitate sagen: wir kennen jede einzelne Auswirkung jeder früheren Krise – aber lernen wir daraus?

Natürlich könnte man einwenden, dass die Auswahl der Zitate nicht repräsentativ sei für das weltpolitische Geschehen, dessen Zeitraum sie abdecken. Das ist sicher richtig. Es sind eher Blitzlichter, die kleine Ausschnitte im großen Dunkel erhellen. Und sie sind sicher tendenziös ausgewählt. Natürlich liegt es mir näher, Zitate von Gleichgesinnten zu veröffentlichen. Mit Steve Wright habe ich bis zu seinem Tod zwanzig Jahre lang zusammen gearbeitet. Martin McKee hat zu einem Sammelband von mir beigetragen. Es lassen sich fraglos Zitate finden, die das genau Gegenteil belegen. Aber neben der Frage der Ausgewogenheit geht es mir bei der Auswahl vor allem um eins: die Dimension der Auswirkungen einer Krise auf alle Lebensbereiche schlaglichtartig erkennbar zu machen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, was es konkret bedeutet, wenn man von „gesellschaftlichem Wandel“ spricht.

Ernährung. Spanien hat derzeit die höchste Arbeitslosenquote in ganz Europa. Wenn die Leute ihr Einkommen verlieren, bleibt ihnen irgendwann nur noch eine staatliche Minimalversorgung. Ich untersuche, was das für Auswirkungen auf die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse hat. Dazu gehört vor allem das Essen. …Die Leute gehen zu IKEA, weil dort ein Frühstück für einen Euro zu kriegen ist. Ganze Familien machen das. Sie essen dann zum Beispiel Hot Dogs. So können sie für einen Euro ihren Hunger stillen. Eine vernünftige Ernährung ist das aber sicher nicht. Es sind auch Untersuchungen darüber veröffentlicht worden, dass Probleme mit Übergewicht in Spanien zunehmen. Das ist eine Folge von Fehlernährung und passiert, wenn man gesunde Essensgewohnheiten umstellt. Und wie gesagt: 40 Prozent der spanischen Haushalte haben genau das getan wegen der Finanzkrise.

Maria del Pilar Valledor, Juristin an der Universität Rey Juan Carlos in Madrid; Zitat aus der Sendung “Keine Arbeit, schlechtes Essen, Die Folgen der Finanzkrise in Spanien machen sich besonders bei der Ernährung bemerkbar.” von Volker Mrasek, Deutschlandradio, 5.4. 2013

Gesundheit. Die Europäische Kommission ist per Abkommen dazu verpflichtet, die Auswirkungen ihrer Politik auf die Gesundheit zu prüfen. In Griechenland forderte die Troika (gemeinsames Kontrollgremium der Europäischen Zentralbank, des Internationalen Währungsfonds und der EU-Kommission, d.Red.) einen so strengen Sparkurs mit Einschränkungen bei der Fürsorge, der Bildung und der Gesundheitsversorgung, dass das Land wenig Möglichkeiten hat, auf die eskalierende soziale Krise zu reagieren.

Martin McKee, European Observatory on Health Systems and Policies 2013

Sparmaßnahmen sind jedoch nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein gesundheitlicher Misserfolg, da die Zahl der Selbstmorde zunimmt und immer mehr Menschen keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben, wenn die Gesundheitsbudgets gekürzt werden. Dennoch bleiben ihre Geschichten weitgehend unerzählt. Hier argumentieren wir, dass es eine Alternative zur Sparsamkeit gibt, aber dass die Ideologie über die Beweise triumphiert.

Marina Karanikolos, Paul Belcher und David Stuckler et al., Austerity: a failed experiment on the people of Europe, in: Klinische Medizin, 2012, Band 12, Nr. 4: 346-50

Die Finanzkrise in Europa hat große Gefahren und Chancen für die Gesundheit mit sich gebracht. … Obwohl es viele potenziell verwirrende Unterschiede zwischen den Ländern gibt, legt unsere Analyse nahe, dass, obwohl Rezessionen Gesundheitsrisiken bergen, die Wechselwirkung von fiskalischen Sparmaßnahmen mit wirtschaftlichen Schocks und schwachem Sozialschutz das ist, was letztlich die Gesundheits- und Sozialkrisen in Europa zu eskalieren scheint. Politische Entscheidungen darüber, wie auf Wirtschaftskrisen zu reagieren ist, haben ausgeprägte und unbeabsichtigte Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Doch die Stimmen der öffentlichen Gesundheit blieben während der Wirtschaftskrise weitgehend stumm.

Philipa Mladovsky, Jonathan Cylus, Sarah Thomson, Sanjay Basu, u.a., Finanzkrise, Sparmaßnahmen und Gesundheit in Europa, in: The Lancet, Band 381 Nr. 9874 S. 1323-133, 13. April 2013

Klima. Während einige Wissenschaftler die Notwendigkeit nachhaltiger Lösungen einsehen, zeigen die jüngsten wirtschaftlichen, politischen und militärischen Krisen, wie weit die Menschheit von einer solchen Einsicht bei den Regierenden noch entfernt ist. Armut, Wasser-, Nahrungsmittel- und Brennstoffknappheit sind Teil eines Systems globaler “struktureller Gewalt”. Sehr arme Menschen werden die Hauptlast der Folgen des Klimawandels zu tragen haben, und sie können ihre politische Führung zu Recht der Korruption und der Unversöhnlichkeit gegenüber dem Schicksal und dem Leid der Menschen beschuldigen. Eine solidarische Annäherung solcher Wahrnehmungen kann eine Sicherheitskrise hervorrufen, die Tausende oder sogar Hunderttausende von Menschen auf die Straße schickt, wie im Januar 2011 in Ägypten. Alle klimabedingten Konflikte der Zukunft werden wahrscheinlich keine reinen Typen sein, sondern aus einem komplexen, gemischten Amalgam von Ursachen und Folgen bestehen.

Steve Wright, Grenzpolizierung in einer Zeit des raschen Klimawandels, in: Klimawandel, menschliche Sicherheit und gewalttätige Konflikte: Herausforderungen für die gesellschaftliche Stabilität, Hexagon Series on Human and Environmental Security and Peace Nr. 8, 2012, S. 353

Sicherheit. Wenn die Umweltforschungsgemeinschaft der breiter angelegten Sicherheitsarchitektur nicht mehr Aufmerksamkeit schenkt, wird sie die flexiblen staatlichen Sicherheitskonzepte nicht verstehen … Wenn schließlich Temperaturanstiege von 4 Grad Celsius oder darüber hinaus zu erwarten sind, werden sich die meisten Staaten bewusst sein, was das im Hinblick auf ein negatives künftiges Wirtschaftswachstum und die damit verbundenen sicherheitspolitischen Implikationen bedeuten könnte.Eine solche Neuausrichtung dieser Sicherheitskontrollkapazitäten zur technischen Lösung des “Problems” der klimabedingten Migration erfordert keine neue Gesetzgebung. Wer seine Grenzen aufgrund von durch den Klimawandel verursachten Wetterturbulenzen, Versagen der Nahrungsmittel-, Wasser-, Energie- und Gesundheitssysteme oder damit verbundenen Konflikten verlässt, hat keinen besonderen rechtlichen Status – außer als potenziell illegaler Migrant.

Steve Wright, Grenzpolizierung in einer Zeit des raschen Klimawandels, in: Klimawandel, menschliche Sicherheit und gewalttätige Konflikte: Herausforderungen für die gesellschaftliche Stabilität, Hexagon Series on Human and Environmental Security and Peace Nr. 8, 2012, S. 353

Rechtssystem. Die vorherigen Zitate erinnerten mich dann an diesen Klassiker, den ich nicht vorenthalten möchte:

Wir besitzen etwa 50% des Reichtums dieser Welt, stellen aber nur 6,3% seiner Bevölkerung. … In einer solchen Situation kommen wir nicht umhin, Neid und Missgunst auf uns zu lenken. Unsere eigentliche Aufgabe in der nächsten Zeit besteht darin, eine Form von Beziehungen zu finden, die es uns erlaubt, diese Wohlstandsunterschiede ohne ernsthafte Abstriche an unserer nationalen Sicherheit beizubehalten. Um das zu erreichen, werden wir auf alle Sentimentalitäten und Tagträumereien verzichten müssen; und wir werden unsere Aufmerksamkeit überall auf unsere ureigensten, nationalen Vorhaben konzentrieren müssen. Wir dürfen uns nicht vormachen, dass wir uns heute den Luxus von Altruismus und Weltbeglückung leisten könnten … Wir sollten aufhören von vagen … (und) unrealistischen Zielen wie Menschenrechten, Anhebung von Lebensstandards und Demokratisierung zu reden. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem unser Handeln von nüchternem Machtdenken geleitet sein muss. Je weniger wir dann von idealistischen Parolen behindert werden, desto besser.

George Kennan, Chefplaner im US-Außenministerium, 1948 im Policy Planning Staff-Bericht PPS 23

Selbsthilfe. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal zurück kommen auf den anfänglichen Gedanken, dass wir alle Kranke seien, oder genauer, im Sinn unserer immer notwendigeren Foucault-Lektüren: als Kranke vom nurökonomischen System definiert werden. Durch Zuschreibungen wie Krankheit sind wir besser handhabbar, leichter zu steuern, leichter in Umsatz zu verwandeln.

An Gesunden ist natürlich auch genug zu verdienen. Aber man muss mit dem Eigensinn der Gesunden rechnen. Wer krank ist, begibt sich williger in die Hände derer, die für ihn das Denken und Handeln übernehmen (und die Märkte sichern) wollen. Daher rührt die Kriegsmetapher von Emmanuel Macron. Dem Krieg ist alles unterzuordnen. Insbesondere der Eigensinn. Wer krank ist, muss sich erst noch emanzipieren.

Ernst Herhaus notiert auf Seite 32 seines Journals “Der zerbrochene Schlaf”:

Zum Kriege: schon der Vietnamkrieg war zuletzt mit Sicherheit keine Auseinandersetzung mehr über die Willensfreiheit, sondern ein reiner Geldkrieg, verlagert nach Südostasien, weil in diesem Teil der Welt die Verschleierung öffentlicher Tatsachen noch aussichtsreich schien. Das ist misslungen. Die Welt ist als Schauplatz für Kriege an jedem Punkt heute einsehbar, mit dem Scherenfernrohr der bis heute gesammelten geschichtlichen Erfahrungen aller Kontinente. Aber die Geschäftswelt weiß Auswege. (Ich hatte)… eine Wachvision: ich sah Bilder aus einem nicht erklärten ganz anderen Weltkrieg, Vernichtungsbilder aus einem Krieg der organisierten Weißen Industrie (fossiles Medizinertum, Psychoanalyse und Pharmaindustrie, unterstützt von feigen Regierungen und vom Abstimmungslärm der Parlamente, die nicht vorzugehen wagen gegen diese Interessenklüngel mit dem Schutzschirm sogenannter Wissenschaftlichkeit) gegen die nicht organisierten Kranken aller Schattierungen.Es ist nicht die Frage, welche Sorte von Krieg kommt oder schon unter uns tobt … – die Frage ist ernster: ob in diesem Kontinent Europa, der alt genug geworden ist, um erwachsener zu werden in einem unausbleiblichen schrittweisen Tiefpunkt, die Idee von Selbsthilfe durch Fremdhilfe eine politische Dimension finden kann, die die Alltagsmenschen aus dem bleiernen Schlaf der verordneten Depressivität aufrüttelt. Nicht Machtpolitik, sondern bedingungslose Kapitulation vor der erreichten Übermacht der Krankheit aller, das Stehenlernen in nüchtern zur Kenntnis genommener Machtlosigkeit als Ende der Ohnmacht aller ist die Voraussetzung.

Theater der Gesundheit. Jetzt haben wir eine Menge Thesen auf dem Tisch. Wie verbinden sie sich mit der gegenwärtigen Situation? Ich greife ein aktuelles Beispiel heraus, um die zentrale Annahme des Textes zu belegen, dass es sich bei der aktuellen „Krise“ um eine weitere finanzkapitalistische Operation handelt, die im zolaschen Sinn als ein „Theater der Gesundheit“ inszeniert wird.

Folgende zwei Informationen scheinen mir dafür in einem erhellenden Widerspruch zu stehen:

1. die Präsidentin der EU Kommission Ursula von der Leyen hat mit dem Pharma-Giganten Sanofi-GSK einen Vertrag über die Lieferung von 300 Millionen Dosen Impfstoff ausgehandelt. Nachzulesen in der Presseerklärung der EU vom 31. Juli 2020, Brüssel

In den Worten der Präsidentin: „Die Europäische Kommission tut alles in ihrer Macht Stehende, um sicherzustellen, dass die Europäer schnellen Zugang zu einem Impfstoff haben.“ Was alles „in ihrer Macht steht“, um das auch rechtlich und technisch zu ermöglichen, dokumentiert die EU durch – wenig wahrgenommene – Weichenstellungen.

Es scheint, es geht nun recht zügig vieles über Bord, was zuvor mühselig erkämpft wurde. Nur kurz zwei Beispiele.

– das Ärzteblatt berichtet, eine Impfpflicht wäre rechtlich doch möglich

– der Rat der EU verlautet in seiner Pressemitteilung vom 14. Juli 2020, um alle aussichtsreichen Impfstoffkandidaten rechtlich abzusichern, sei ein Ausnahmegesetz zur Entwicklung von GMO-haltigen, gentechnikbasierten Impfstoffen beschlossen: Vaccine against COVID-19: Council adopts measures to facilitate swift development

81%. Vor welchem medizinisch belegbaren Hintergrund finden diese harschen Eingriffe in die existierende Gesetzeslage statt?

Hier die zweite, im deutlichen Widerspruch zu den Aktivitäten der EU-Kommission stehende Information: Achtunddreissig Forscher von sieben Instituten der Universität Tübingen, alle aus dem Umfeld der Immunologie-Forschung, haben gemeinsam mit einer in Tübingen ansässigen Firma (Immatics Biotechnologies GmbH) und dem Universitätsklinikum Tübingen, sowie dem Helmholtz Centre for Infection Research, Braunschweig einen Bericht unter dem Titel SARS-CoV-2 T-cell epitopes define heterologous and COVID-19-induced T-cell recognition, veröffentlicht, der kurz ausgedrückt besagt, dass bei 81 % der Untersuchten eine (Teil-)Immunität gegen SARS-Cov-2 durch andere (frühere) Coronaviren besteht.

Ohne die medizinischen Frage über Gebühr zu vertiefen, was ich mangels Kenntnis gar nicht könnte, geht es in dem Bericht (und seiner fachlichen Rezeption) darum, dass bislang nur das Vorhandensein von Antikörpern getestet werden, die aber kurz nach der Infektion (zwei Wochen) ohnehin wieder verschwinden. Praktisch niemand testet aber die viel aussagekräftigere T-Zellen Reaktion. Mehr als eine T-Zellen Reaktion, die also hochgerechnet (darf man das?) 81% der Deutschen bereits aufweisen könnten, bewirkt aber auch kein Impfstoff.

Es sei denn – und hier kommen wir vielleicht zum Kern der Studie – man liest es so:

“Unsere Daten liefern den ersten Beweis dafür, dass im Gegenteil die Intensität der T-Zell-Reaktionen nicht mit dem Schweregrad der Erkrankung korreliert. Dies ist von hoher Relevanz für die Entwicklung von Impfstoffen, da es Hinweise darauf liefert, dass krankheitsverschärfende Effekte die Entwicklung prophylaktischer und therapeutischer Impfansätze, die darauf abzielen, SARS-CoV-2-spezifische T-Zell-Reaktionen zu induzieren, nicht behindern könnten.” (Seite 10, 4. Absatz)

Logisch scheint mir das zwar nicht – aber – man versteht: dahin geht der Zug! Man kann auch (teil)immunen Leute noch guten Gewissens einen (von Tübinger Experten zu entwickelnden Spezial-)Impfstoff spritzen.

In Tübingen – doch keine freie Wissenschaft, sondern nur ein weiterer Fall von (finanzmarktinduzierter) Geschäftemacherei?

Auf Seite 16 der Studie heisst es zudem: die beteiligten Forscher Daniel Kowalewski und Vlatka Stos-Zweifel sind Angestellte der Immatics Biotechnologies GmbH. Ein weiterer Autor, Hans-Georg Rammensee, ist Shareholder bei Immatics Biotechnologies GmbH und ebenso bei der Curevac AG (Dietmar Hopp, Bill & Melinda Gates). Alle anderen Autoren erklären, keine Interessenkonflikte finanzieller Natur zu haben. Als Leser der Studie weiß man natürlich nicht, welchen Einfluß auf das Gesamtergebnis Hans-Georg Rammensee genommen hat. Man weiß nur, dass er mutig ist, denn im Mai 2020 unternahm er einen Selbstversuch mit einem von seiner Arbeitsgruppe entwickelten Covid 19-Impfstoff. Die Süddeutsche hat ihn deswegen den “Ungeduldigen” getauft.

Die deutschen Forscher stehen mit ihren Untersuchungsbefunden nicht alleine da. Eine britische Studie mit dem Titel „Pre-existing and de novo humoral immunity to SARS-CoV-2 in humans“, fand, dass bis zu 60% der Kinder und Jugendlichen und circa 6% der Erwachsenen bereits über kreuzreaktive Antikörper gegen das neue Coronavirus verfügen, die durch den Kontakt mit bisherigen Coronaviren entstanden sind.

Eine Studie im Fachblatt Nature kam im Falle von Singapur zudem Ergebnis, dass Personen, die 2002/2003 an SARS-1 erkrankt waren, auch 17 Jahre später noch über T-Zellen verfügten, die auch gegen das neue SARS-2-Coronavirus reaktiv sind. Zudem fanden die Forscher bei rund der Hälfte der Personen, die weder an SARS-1 noch an SARS-2 erkrankt waren, bereits kreuzreaktive T-Zellen, die durch den Kontakt mit anderen, teilweise unbekannten Coronaviren entstanden sind.

Der Harvard-Immunologe Michael Mina erklärte in der NY Times, dass das “Abfallen der Antikörper-Konzentration” nach einer Covid-Erkrankung „völlig normal“ und “wie im Lehrbuch” sei. Der Körper stelle die längerfristige Immunität durch T-Zellen und Erinnerungs­zellen im Knochenmark sicher, die bei Bedarf rasch neue Antikörper erzeugen können.

Mir ist vollkommen bewusst, dass es sich mit diesen Berichten wie mit den Zitaten verhält: monatlich erscheinen derzeit 50 solcher Fachgutachten weltweit, förmlich hunderte davon über Immunreaktionen. Es lassen sich sicher Belege für alles finden, je nachdem wie „frei“ die Wissenschaftler arbeiten, wie unabhängig von ihren Geldgebern.

Die geschützten Geheimnisse der Demokratie. Nehmen wir zu Gunsten unserer demokratisch befestigten Forschungslandschaft an, in Schwaben herrsche noch, trotz Curavec und plattformkaitalistischen Gigantinvestments in das Cyber Valley, eine gewisse Forschungsfreiheit. Vorausgesetzt also, diese Informationen sind korrekt und belastbar, und rechnet man die Zahlen auf den europäischen Maßstab hoch, so sind 600 von 750 Millionen Europäern mit T-Zellen-Reaktivität unterwegs, die durch Impfen kaum zu verbessern wäre.

Denn eins von beiden muss ja stimmen – entweder ist niemand richtig geschützt durch die Teilimmunisierung, dann sind 300 Millionen Dosen für 750 Millionen Europäer zu wenig: wer bekommt dann nichts? Oder aber es sind 150 Millionen Dosen zu viel bestellt worden: ganz schön großzügig mit dem Geld umgegangen! Kann die Wahrheit in der Mitte liegen? Sind bis Oktober 2021 etwa 450 Millioenn Europäer “von alleine” immun und nur die restlichen 300 Millionen benötigen noch ihre Dosis? Ich zweifele daran. Ich finde aber auch keine gute Quelle, wo die Grundlage für die Bestellung von Frau von der Leyen plausibel erklärt wäre, noch wer sie eigentlich dazu beauftragt hat. Sicher ist das irgendwo publiziert. Aber wie schon Jörg Schröder so schön sagte in seinem Buch “Siegfried”: “Die am besten geschützten Geheimnisse der Demokratie sind die veröffentlichten.”

Ich bin mir bewusst, dass ich mich hier auf das nächste Glatteis begebe mit solchen Hochrechnungen: das statistisch-mathematische Glatteis. Bitte schnallen Sie kurz Ihre Schlittschuhe unter und folgen mir noch einen Schritt. Denn auch die Politik benutzt die gleichen spekulativen Rechenmodelle zur Begründung ihrer Milliardeninvestments.

Spekulativ ist das dritte Wort in diesem Text, dass man zweimal lesen darf. 16 Milliarden sind bereits jetzt, bis Ende Juli 2020, investiert von der EU, als ihr Anteil an „Coronavirus Global Response“, der globalen Aktion für den universellen Zugang zu Tests, Behandlungen und Impfstoffen. 16 Milliarden, bevor Sanofi profitiert.

Bereits im April 2020 hatte die EU-Kommission unter von der Leyen 100 Millarden Kredit zur Weitergabe an die von den Pandemie-Beschränkungen wirtschaftlich besonders hart betroffenen Länder aufgenommen. Obwohl dem Programm der euphemistische Name “SURE” (zuverlässig, sicher) gegeben wurde, protestierte die Bundesbank, dass dies rechtlich nicht sauber war. Ob das stimmt oder nicht: es zeigt sich daran etwas anderes: dass nicht überlegt wird, wie man die Schutzmassnahmen angesichts der Pandemie so gestaltet, dass sie den Europäern ein Durchkommen aus eigener Kraft ermöglichen oder wie man in der Breite der vorhandenen wirtschaftlichen Struktur alle schützt. Man überlegt nur, wie viel Geld man wie schnell herausgeben kann, um “systemrelevante” Großbetriebe zu stützen.

Niemand wird sicher sein, bis alle sicher sind.“ Zurück zum Impfstoff. Es stellt sich jedenfalls die Frage: für wen bestellt Präsidentin von der Leyen 300 Millionen Dosen, die Ende 2021 lieferbar sind, wenn Mitte 2020 eine (Teil-)Immunität dieser Größenordnung besteht?

Die Frage lässt sich am besten mit den eigenen Worten der EU-Kommission beantworten.

Die EU Kommission verkündet in ihrer Presseerklärung vom 31. Juli 2020 folgendes:

“Ein sicherer und wirksamer COVID-19-Impfstoff ist die sicherste Ausstiegsstrategie aus der Krise. Aus diesem Grund haben wir in den letzten Wochen über einen einheitlichen EU-Ansatz verhandelt, um die Dosen vielversprechender Impfstoffkandidaten zu sichern. Die heutige Ankündigung des Abschlusses der Sondierungsgespräche mit Sanofi-GSK ist der erste wichtige Schritt in diese Richtung, um unseren Bürgern einen gleichberechtigten Zugang zu dem Impfstoff zu ermöglichen” (Stella Kyriakides, Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit)

Weiter im Text der Presseerklärung:

Die heute abgeschlossenen Sondierungsgespräche sollen zu einem Vorabkaufsvertrag führen, der mit dem Instrument zur Unterstützung der Nothilfe finanziert werden soll. Dieses Instrument verfügt über Mittel, die für die Schaffung eines Portfolios potenzieller Impfstoffe mit unterschiedlichen Profilen und von verschiedenen Unternehmen hergestellt werden.   Die Europäische Kommission setzt sich auch dafür ein, dass jeder, der einen Impfstoff benötigt, diesen bekommt, überall auf der Welt und nicht nur zu Hause. Niemand wird sicher sein, bis alle sicher sind.“

Und etwas weiter heisst es:

„Da die hohen Kosten und die hohe Ausfallrate die Investition in einen COVID-19-Impfstoff für die Impfstoffentwickler zu einer risikoreichen Entscheidung machen, werden diese Vereinbarungen daher Investitionen ermöglichen, die andernfalls wahrscheinlich einfach nicht getätigt würden. … Obwohl wir heute noch nicht wissen, welcher Impfstoff am Ende am besten wirken wird, investiert Europa in ein diversifiziertes Portfolio vielversprechender Impfstoffe, die auf verschiedenen Arten von Technologien basieren.“

Investieren“, „Portfolio“, „Vorabkaufsvertrag“, „Finanzierungs-Instrument zur Unterstützung der Nothilfe“: das sind die Begriffe einer Gesundheitspolitik unter dem Eindruck einer Pandemie, die vielleicht schon vorüber gegangen ist.

Um der Gefahr des begründeten Vorwurfs einer sinnlosen Investition vorzubeugen, ergeht die Drohung: alle werden sterben, solange noch einer krank ist („Niemand wird sicher sein, bis alle sicher sind.“).

Enquete-Kommission statt EU-Kommission. Mir scheint, an diesem Punkt sollte ein altes Recht genutzt werden: die „die sicherste Ausstiegsstrategie aus der Krise“ wäre – statt einer Präsidentin aus EU-Mitteln das Aushandeln von Deals mit der Pharmaindustrie zu gewähren – die Einsetzung einer Enquete Kommission https://de.wikipedia.org/wiki/Enquete-Kommission. Sonst geraten wir alle in die Fänge einer Beschaffungskriminalität mit weißem Kragen. Die „schrittweise Verflüchtigung aller geistigen Erlebnisse“ durch Nurökonomie haben uns ohnehin schon mürbe gemacht und an den Rand einer „hochgradige(n) allgemeine(n) Gemütskrankheit“ gebracht. Zeit, daran etwas zu ändern.

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